Chronik

 

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Chronik

 

Was bedeutet überhaupt Chronik?

Sie beschreibt die Entstehung und Geschichte des Verein bis zum heutigen Tag. Ebenso kann man aus der Chronik entnehmen, aus welchem Brauchtum bzw. Hintergrund dieser Verein entstanden ist.

Die wahre Chronik des NV Haidachgeister Kressbronn e.V.

Von Archivar Gustav von Rühling

Die Haidachgeister dürften schon auf eine ehrenwerte Vergangenheit zurückblicken. Als „Haidach" benannten die mittelalterlichen Siedler von Hemigkofen und Nonnenbach jenes Gebiet, das sich zwischen der heutigen Friedrichshafener Straße, den „Auen" südöstlich
des Kocherbaches, der Strasse nach Langenargen und einem nach dem Dorfe zu liegenden Buchenwald ausdehnte.Man konnte es am besten erreichen, wenn man durch diesen Buchenwald hindurch „schlüpfte", das heißt einen Weg benutzte, den man vielleicht auch deshalb „Schlupfenbuchweg" nannte, weil man auf ihm Stämme im schlüpfen, das ist mit Stricken, dem Ort zuzuführen pflegte. Unter „Haidach" aber verstand man zu dieser Zeit ein etwas erhöht - nämlich auf der zum Argendelta mit Kocherbach abfallenden sogenannten Geländeterassen - liegendes, unbebautes, verwildertes Stück Land.

Dort war es dem Menschen begreiflicherweise nicht recht geheuer. Denn es hatten dort so besonders gerne die Wölfe ihr Quartier, weshalb der Ort Hemigkofen durch Aufrichtung von Fallen, sogenannten „Wolfsgalgen", sich vor ihnen zu schützen suchte.
Die sichtbaren „Geister" aber stiegen dann und wann von den sumpfigen Auen des Argentales oder aus dem nächstliegenden „Gährenden", nachdem die Siedlung „Gohren" ihren Namen erhielt, auf und hielten in der Wüstenei des „Haidach" mit den Wölfen ihr Freundschaftstreffen.

Weder die Wölfe noch die Geister des „Haidach" sind den armen „Kressbronnern" von einst wohlgesinnte Geschöpfe gewesen. Daran hat sich wohl auch nicht viel geändert, seit die Montforter Grafen etwa um die Mitte des 15. Jahrhunderts einen Teil roden, d.h. kultivieren ließen. Dieses „nüwe gerüt" (der heutige Weiler Reute) wird in einer Erbteilungsurkunde der gräflichen Brüder Hugo und Ulrich von Montfort vom Jahre 1458 ausdrücklich erwähnt. Diese Urkunde ist übrigens die älteste des Hauptstaatsarchiv in Stuttgart, in der die Parzelle „Gohren" erwähnt wird.

Obwohl den Haidachgeistern schon einmal der Garaus gemacht wurde sind doch einige von ihnen übrig geblieben. Und es geht das hartnäckige Gerücht um daß es wieder mehr und mehr an der Zahl werden....

In langen, kalten und dunklen Winternächten, wenn der Frost in den Wipfeln der Bäume klirrt, dann kann man manchmal sogar das schaurige Geister- und Wolfsgeheul aus den Tiefen des Haidachs hören.  

Das Narrenvolk von Kressbronn wird prüfen können, ob sie gutmütige Geister sind, oder ob man sich vor ihnen noch immer in Acht zu nehmen hat.

Rü.